GESCHICHTE ÜBER DIE LIEBE ZUM WEIN...

War aller Anfang die ästetische Form der Weinflasche? Als 10- oder 12-jähriger wurde ich sonntags immer mal von meinem Vater in den Keller geschickt eine etwas verstaubte, liegende Weinflasche aus dem Regal zu holen und hochzubringen. Dabei blieb es dazumal vorerst mit dem Weinkontakt - den Rest (das Austrinken) übernahm dann mein Vater und seine Gäste. Meine Mutter nippte aus Anstand an einem Glas. Punkt. Über die Zeit stand ich manchmal Momente vor dem Weinregal und beäugte die vergilbten Etiketten. Sie verliehen mir ein nostalgisches Gefühl. 

 

In den Teenagerjahren ermutigte ich meinen Vater ein Wein-Abo bei einem Händler zu lösen, um neue Weine kennen zu lernen. Ich notierte gar schon meine Eindrücke. Die Attribute beschränkten sich auf: gut, sehr gut.

Mit 21 Jahren ging es für einen Stagiaire-Aufenthalt nach Paris. Auf dem Boulevard Montparnasse besuchte ich im Nachbarhaus dein örtlichen Weinhändler und tauchte in die Welt der Bordeaux-Weine ein. Für einen Stagiaire reichte das Budget höchstens bis zu einem Cru Bourgois. Etwas Ernüchterung kehrte ein. Die Weine waren jung, ungereift. "Und das soll nun also Bdx sein?", dachte ich für mich. Der Händler riet mir. Probiere aus. Lege was dir gefallen könnte etwas bei Seite.

 

Zurück in der Schweiz entdeckte ich dann im Alter gegen die dreissig, dass ich reife Weine auf Weinauktionen finden kann. Ich kaufte mir den dicken, roten Robert Parker und las über Chateauxs. Mit diesen Namen im Gedächtnis, fuhr ich an Weinauktionen und kaufte mir Mix-Lots zusammen. Die 12er-OHK 3ème Cru aufwärts gingen nicht an mich, sondern nach Londen oder Moskau. Seis drum. Damals trank China noch Reiswein. Ich entdeckte definitiv das Trinkvergnügen an gereiften Weinen. Die Erfahrungspalette mit diesen Mix-Lots reichten von 'ein blaues Auge' bis hin zum 'Wow-Effekt'. 

 

Im 2008 kaufte ich bereits hier und dort Weine online. Ja und so kam ich dann mit meinen späteren 3 Weinpartnern zusammen. Sie eröffneten mir die Welt der spanischen Weine. Zwischenzeitlich haben sich alle 3 Weinpartner in andere Windrichtungen - wohlgemerkt im Guten - entwickelt. Ja und ich führe nun die 2009 gegründete Weinhandelsfirma mit einem kleinen Team weiter. Bordeauxs trinke ich immer noch gerne und muss auch nicht mehr an Weinauktionen fahren um gereifte Bdxs zu finden. Sie liegen im Zeitlupentempo getrunken bei mir im Keller. Die neue Passion - spanische Spitzenweine - lässt es nicht zu oft zu einer Bdx-Flasche zu greifen. Beruflich darf ich nun so schon Vieles, Vieles, Vieles aus Spanien entdecken und geniessen. Und das mit der moderaten Konsumation schaffe ich trotz der Fülle an Angeboten - problemlos. Wohl eine der wenigen Situationen, wo ich eine absolut klare Linie fahre. Gesund geniessen heisst das Credo!

 

Die Wertschätzung - eine alte, gereifte Weinflasche in der Hand zu halten, dieses Gefühl habe ich noch immer. Mittlerweile geniesse ich sie selbst, mit Familie und Freunden und auch noch zusammen mit meinem Vater.

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